Website an einem Nachmittag – ein Mythos

Für einen berufstätigen Menschen ohne Vorkenntnisse ist das absolut machbar, aber man sollte ehrlich zu sich selbst sein: Die „Website an einem Nachmittag“-Mythen stimmen meistens nicht, wenn man komplett bei Null anfängt.

Als berufstätige Person wirst du das Projekt wahrscheinlich in Feierabend-Häppchen (ca. 5 bis 10 Stunden pro Woche) aufteilen. Insgesamt solltest du mit einer reinen Arbeitszeit von ca. 20 bis 40 Stunden rechnen, bis die erste Version steht.

Hier ist die realistische Aufschlüsselung, wo die Zeit tatsächlich hinfießt:

Die Zeitfresser im Detail

1. Basis & Technik (ca. 3–5 Stunden)

  • Was zu tun ist: Domain auswählen, Webhosting buchen, WordPress per „1-Klick-Installation“ aufsetzen, SSL-Zertifikat aktivieren und E-Mail-Adressen einrichten.
  • Warum es dauert: Die Klicks gehen schnell, aber als Anfänger muss man sich erst einmal orientieren, was Nameserver, DNS und Datenbanken überhaupt sind.

2. Orientierung & Einarbeitung (ca. 5–10 Stunden)

  • Was zu tun ist: Das WordPress-Dashboard verstehen. Wie funktionieren Beiträge vs. Seiten? Was ist der Block-Editor (Gutenberg)? Wie installiert man Plugins?
  • Warum es dauert: Du wirst YouTube-Tutorials schauen, Dinge ausprobieren, Fehler machen und sie wieder rückgängig machen. Das ist die steilste Lernkurve.

3. Design & Layout (ca. 5–10 Stunden)

  • Was zu tun ist: Ein passendes Theme (Design-Vorlage) auswählen, Farben und Schriftarten anpassen, die Navigation (Menü) und den Footer bauen.
  • Warum es dauert: Das sogenannte „Theme-Suchen-Syndrom“. Man probiert fünf verschiedene Designs aus, weil keines auf Anhieb so aussieht wie in der Vorschau.

4. Inhalte & Rechtliches (ca. 10–15 Stunden) – Der unterschätzte Brocken

  • Was zu tun ist: Texte schreiben (Über uns, Leistungen, Kontakt), Bilder heraussuchen und zuschneiden, Impressum und Datenschutzerklärung rechtssicher erstellen (z. B. mit Generatoren wie e-Recht24) und den Cookie-Banner einrichten.
  • Warum es dauert: Content zu erstellen braucht einfach Zeit. Zudem ist die DSGVO in Deutschland streng; sich hier einzulesen, kostet Nerven und Stunden.

Kalenderzeit: Wie lange dauert es im echten Leben?

Wenn du jeden zweiten Abend 1,5 Stunden investierst und am Wochenende mal einen Block von 3 Stunden einlegst, kommst du auf etwa 6 Stunden pro Woche.

Realistisches Fazit: Nach 4 bis 6 Wochen neben dem Job ist deine Website online.

3 Turbo-Tipps, um Zeit zu sparen

  • Nutze einen Page Builder: Themes, die auf Editoren wie Elementor oder Divi setzen (oder moderne Block-Themes wie Kadence/GeneratePress), bieten oft fertige „Starter Templates“. Damit lädst du quasi eine fertige Website herunter und musst nur noch Text und Bilder tauschen.
  • Strikte Content-Trennung: Schreibe deine Texte vorher in Word oder Google Docs. Wer gleichzeitig designen und texten will, verzettelt sich hoffnungslos.
  • Perfektionismus killen: Geh mit einer soliden Version 1.0 (Homepage, Leistungen, Kontakt, Rechtliches) online. Den Blog oder die schicken Animationen kannst du später bauen.

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